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Aufgrund der Disposition ADHS, leiden sehr viele Betroffene an einem mangelnden Selbstwertgefühl, welches durch die unglaublichsten Dinge kompensiert wird.
Zum Beispiel: Mit Geld als Mittel zum Zweck
Vier kleine Beispiele
Die alleinerziehende Mutter Der arbeitslose Hartz4 Empfänger Das hübsche Partygirl Der Selbstständige
Frau Klein Die alleinerziehende Mutter
Frau Klein ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Sie bekommt kaum Unterstützung, weder vom Kindsvater noch von irgendwelchen Ämtern. Aufgrund ihrer ADHS-Konstitution, ist sie oft überfordert und findet nicht ausreichend Zeit, sich um ihre Kinder und den Haushalt zu kümmern. Auch behandelt sie die Kinder Aufgrund ihrer Überforderung oftmals ungerecht oder reagiert überzogen.
Frau Klein kompensiert die negativen Gefühle, wie z.B. ein „schlechtes Gewissen“ den Kindern gegenüber, oftmals mit teuren Geschenken oder überhöhten Taschengeldzahlungen. Oft werden Wünsche der Kinder bedingungslos erfüllt, auch wenn diese völlig überzogen sind.
Das “schlechte Gewissen” ist einfach stärker als die Verantwortung dem Geld gegenüber. Des Weiteren empfindet sich Frau Klein als eine Versagerin, sowohl in der Erziehung als auch im realistischen Umgang mit Geld.
Das Selbstwertgefühl von Frau Klein ist z.B. aus diesen Gründen nicht mehr vorhanden. Sie befinet sich dadurch in einen Teufelskreis, der oftmals nur mit Hilfe einer Therapie aufgebrochen werden kann. Herr Arm Der arbeitslose Hartz4 Empfänger
Herr Arm ist seit mehreren Jahren arbeitslos, die Arbeitlsosigkeit ist sicher auch auf sein nicht behandeltes ADHS zurückzuführen. Das Selbstwertgefühl von Herrn Arm hat mittlerweile Krankheitswert. Herr Arm findet auch keine normalen Tätigkeiten, über die er seinen Selbstwert definieren oder bestätigen kann.
Herr Arm bezieht seinen „Selbstwert“ über Statussymbole, die er sich nicht leisten kann, z.B. besitzt Herr Arm 3 der neuesten Handys obwohl er im Grunde maximal eins benötigt. Die Freunde von Herrn Arm bewundern ihn aber dafür, was sein Selbstwertgefühl für kurze Zeit steigert.
Das Problem bei Herrn Arm ist unter anderem, dass der Kick, den er über die augenscheinliche Bestätigung für das neueste Handy oder andere neue Gegenstände erhält, immer nur von sehr kurzer Dauer ist. Herr Arm befindet sich dadurch in einem Teufelskreis. Er kauft ständig neue Gegenstände, die er nicht bezahlen kann, um sein Selbstwertgefühl über diesen Weg zu kompensieren. Herr Arm ist sogar bereit, dafür kriminelle Handlungen zu vollziehen.
Der Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung ist stärker als der verantwortungsvolle Umgang mit Geld.
Melanie Das hübsche Partygirl
Melanie ist ein klassisches Partygirl, äusserlich ist sie sehr hübsch und pflegt ihre Erscheinung, innerlich ist sie wie viele ADHSler auf der Suche. Melanie liebt es, in Clubs und Diskotheken rumzuhängen und die Reize der Lichter und Musik aufzusaugen. Melanie muss immer überall dabei sein. Sie ist Mitglied in den coolsten Sportclubs, den angesagtesten Nachtclubs, geht regelmässig zur Beautyfarm und führt ein „äusserlich“ wohlsituiertes Leben.
Wenn Melanie auf eine Party geht, kauft sie regelmässig ein neues Outfit, damit sie ja in der Masse auffällt.
Melanie ist aber eigentlich sehr einsam, da sie Aufgrund ihrer ADHS-Konstitution ständig auf der Suche nach etwas ist, was sie nirgends findet. Ihr Selbstwert wird nur über ihre äussere Erscheinung definiert. Das Selbstwertgefühl von Melanie ist im Grunde so gut wie nicht vorhanden. Damit Melanie aber ihren Wünschen nach Akzeptanz in der Gruppe gerecht werden kann, muss sie stets nach den neuesten Trends Leben. Melanie lebt komplett über ihre Verhältnisse um „In“ zu bleiben.
Der Wunsch nach Akzeptanz und Bestätigung, ist auch hier wieder stärker als der realistische Umgang mit dem Geld.
Herr Meister Der Selbstständige
Herr Meister hat in seinem Leben schon soviele Berufe ausprobiert, dass er es irgendwann leid wurde. Durch die vielen Berufswechsel ist sein Selbstwertgefühl mittlerweile sehr stark angeschlagen. Herr Meister hat nun für sich beschlossen selbstständig zu werden. Herr Meister ist absolut überzeugt, dass er erfolgreich sein wird, schließlich ist seine Idee bahnbrechend. Er ist auch überzeugt, dass die Kunden ihm die Tür einrennen werden. Herr Meister beginnt sein Unternehmen ohne Planung, Finanzierung und vernüftige Beratung. Herr Meister hat durch seine ADHS-Konstitution mit Buchhaltung und Papierkram erheblich zu kämpfen, was Herr Meister aber unterschätz.
Herr Meister hat in seiner Planung wichtige Dinge ignoriert. Sein gestörtes Selbstwertgefühl hat nicht zugelassen, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Innerhalb kürzester Zeit ist Herr Meister mit allen Aufgaben komplett überfordert. Auch bleiben die Kunden aus und die, die er gewinnen konnte, werden unzuverlässig bedient. Das Selbstwertgefühl von Herrn Meister ist erneut stark angeschlagen. Herr Meister wird vor den weiteren Aufgaben weglaufen und die Schuldenfalle wird zuschnappen.
Auch hier spielt das Selbstwertgefühl wieder eine Rolle, allerdings ist in dieser Konstellation, die Komponente ADHS ein großer Faktor.
Der Supergau
Alle Beispiele, sind mit Absicht massiv übertrieben dargestellt, sie stehen auch nicht stellvertretend für alle Menschen aus dem ADHS Spektrum. Es gibt sehr viele Menschen im ADHS Spektrum, die sehr gut mit Geld umgehen können.
Die Beispiele sollen aber klar stellen, dass bei Menschen aus dem ADHS Spektrum oftmals das nicht vorhandene Selbstwertgefühl ein treibender Motor in die Schuldenfalle sein kann.
Das Erkennen der Situation.
Erfahrungsgemäß fallen die Probleme im Umgang mit Geld bei Menschen aus dem ADHS Spektrum, erst dann auf, wenn alles zu spät ist.
Oftmals ist der nächste Schritt dann der in die private Insolvenz. Das ist jedoch für Menschen aus dem ADHS Spektrum ohne eine vorherige Reflektion der ADHS-Konstitution und vor allem massive Hilfe von aussen, so gut wie nicht zu bewältigen.
Die Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit) beschreibt das auf Mangel an Zahlungsmitteln beruhende Unvermögen eines Schuldners, seine fälligen Verbindlichkeiten zu erfüllen.
Private Insolvenz bedeutet sieben Jahre kontinuierlich, zuverlässig und verantwortungsbewusst einen einzigen Weg zu gehen!
Während der privaten Insolvenz ist es empfehlenswert z.B. mit einem Therapeuten eine abgestimmte Therapie zu beginnen.
Auch sollte das Umfeld und die Familie mit einbezogen werden. Insolvent zu sein, bedeutet nicht, dass man wertlos ist. Die 7 Jahre zu überstehen, ist ein enormer Kraftakt, der absolute Anerkennung verdient.
Vorteilhaft für Betroffene sind die strengen Regeln in der Insolvenz, denn wenn sie einmal verinnerlicht wurden, geben sie Halt und Sicherheit!
Wenn ein Betroffener sich für diesen Weg entschieden hat, fällt ihm der Regel ein riesiger Stein vom Herzen. Es ist nichts Schlimmes, verschuldet zu sein. Es ist schlimm, nicht aus der Vergangenheit zu lernen und immer wieder die gleichen Fehler zu machen, denn dass ist eine verschenkte Zeit die man nie wieder bekommt!
Anlaufstellen:
Schuldnerberatungen, die allerdings oftmals komplett überlaufen sind. Arbeitsämter, Jugendämter, Schuldnervereine und Schuldnerforen im Internet. In besonders schlimmen Fällen, kann auch eine Suchtberatung hilfreich sein.
Auch kann jeder Rechtsanwalt oder Steuerberater hilfreich zur Seite stehen.
Noch ein kleiner Tipp, der helfen kann, mit Geld umzugehen und sogar etwas zu sparen!
Sehr hilfreich ist eine monatliche Budgetplanung. Am besten eignet sich dazu eine Excel-Datei, in der alle Fixkosten aufgeführt werden. So behält man einen Überblick, der für Betroffenen so unglaublich wichtig ist, da er ihn Aufgrund seiner ADHS Kontitution oftmals nicht behalten kann. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf "Grafik anzeigen" 
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