Diagnostik PDF Drucken E-Mail

Personen, die glauben von AD(H)S betroffen zu sein, sollten sich an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt, kundigen Psychiater,Psychologen oder Neurologen wenden. Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen können zusätzliche Hilfestellung geben.

 

Der Weg zur exakten Diagnose von AD(H)S ist zeitaufwändig und schwierig, da keine Veränderungen von Laborwerten bekannt sind und die Leitsymptome Aufmerksamkeits-Defizit, Hyperaktivität und Impulsivität bei jedem AD(H)S-Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt sind. Diese müssen über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten beobachtet worden und schon vor Beginn des 7. Lebensjahres vorhanden gewesen sein. Sie werden mit Hilfe von Fragebögen erfasst.

Dabei werden Schilderungen der Familiengeschichte, Beschreibungen der Entwicklung des Betroffenen sowie Fremdbeschreibungen von Bezugspersonen, Freunden oder Familienagehörigen einbezogen. Bei Bedarf erfolgen neurologische und neuromotorische Untersuchungen, computergestützte Aufmerksamkeitstests, psychologische und Intelligenz- undPersönlichkeitstests.

Die Diagnosestellung ist festgelegt durch die internationalen Klassifikationssysteme psychiatrischer Störungen - DSM-IV bzw. ICD-10.

Die Symptome von AD(H)S sind nicht klassisch und unterschiedlich ausgeprägt. Sie können auch bei anderen Erkrankungen oder Störungen auftreten. Deshalb muss das Vorhanden sein folgender Erkrankungen, die AD(H)S-ähnliche Symptome hervorrufen können, ausgeschlossen werden:

 

Angststörungen und Zwangsstörungen/Zwänge, Depressionen, eine bipolare Störung, das Tourette-Syndrom oder Autismus sowie bei älteren Kindern/Erwachsenen Sucht/Abhängigkeit/Stoffmissbrauch (insbesondere Nikotinkonsum), desweiteren Schilddrüsenerkrankungen, Lungenerkrankungen, Hirntumore, Hirnhautentzündungen, Kopfverletzungen, Durchblutungsstörungen, MultipleSklerose, Epilepsie und Teilleistungsstörungen wie z.B. die Legasthenie.

Um organische Störungen auszuschließen, werden Blutuntersuchungen, EEG, Computertomographie oder Kernspintomographie des Kopfes durchgeführt.

Darüberhinaus wird ein Vorliegen anderer psychischer Störungen, wie Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, antisoziale Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenabhängigkeit als Ausschlusskriterium untersucht.

Zur Differentialdiagnose gehören Fragen nach den Familienverhältnissen, z.B. Konflikte, Erziehungsprobleme, evtl. auch ausgelöst durch vorliegendes AD(H)S der Eltern, Trennung, Misshandlung, schwere Erkrankung der Eltern, aber auch nach dem sozialen Umfeld, Missbrauch von Alkohol, Medikamenten und Drogen.

 

Die frühzeitige Diagnosestellung eines AD(H)S ist sehr wichtig, um auf der Diagnose aufbauende, gezielte Therapien zu suchen, damit schon bestehende Entwicklungsdefizite ausgeglichen werden können.