Symptome PDF Drucken E-Mail

Die Symptome fallen zuerst im Familien- und Freundeskreis der Betroffenen auf, können aber oft nicht eingeordnet werden. Bevor ein A(D)HS entdeckt wird, hat oft schon eine große Belastung im familiären, beruflichen und privaten Umfeld des Betroffenen stattgefunden. Hier finden Sie eine Anzahl von möglichen Symptomen, die bei einem AD(H)S typisch sind.

 

Aufmerksamkeitsschwäche

 

Bei Betroffenen ist die Aufmerksamkeitsspanne stark verkürzt, da sie alle Sinnesreize gleichwertig aufnehmen und nicht selektieren können.

Neben dem Zuhören werden mit gleicher Intensität Nebengeräusche aufgenommen:
 
  • das Auto, welches draußen vorbeifährt
  • vom Wind bewegte Äste
  • das herunter fallende Buch
  • das Reden des Nachbarn
  • die Schritte auf dem Flur

 

Hyperaktivität

 

  • impulsiv
  • unkontrollierbar
  • motorische Unruhe
  • kann sich nicht bremsen
  • stört häufig andere
  • voller Power
  • nicht in der Lage zu warten

Diese Symptome sind jeweils über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Monaten hinweg und in unterschiedlichen Bereichen vorhanden.
 

Hypoaktivität 

Das nicht erkannte AD(H)S:

Hypoaktivität macht sich durch scheinbares Träumen bis hin zu Absencen bemerkbar. Sie findet sich überwiegend bei Mädchen und Frauen wieder. Allerdings ist diese Hypoaktivität ein Trugschluss in der Auswirkung. Wenn man hypoaktive Frauen fragt, ob sie die Hyperaktivität nachvollziehen können, kommt einheilig die Meinung, dass das Hyperaktive in Ihrem Inneren stattfindet und sie dafür kein Ventil finden. Man kann das gleichsetzen mit dem Herunterschlucken der Probleme. Der Druck, der sich im Inneren des Hypoaktiven aufbaut, ist von außen nicht sichtbar und dadurch ein schlimmeres Symptom als die Hyperaktivität. Der Hypoaktive fühlt sich wie in einem inneren Käfig, aus dem er nicht ausbrechen kann.
 
  • träumt sehr viel
  • wirkt kontrolliert
  • motorische Unruhe, die sich selten äußerlich zeigt
  • wirkt ständig gebremst
  • impulsives Ausbrechen
  • wirkt oft ohne Power
  • wirkt oft teilnahmslos
 
Das Problem dieser Betroffenen ist, dass sie oft nicht erkannt werden. Oft gehen hier Depressionen und andere Komorbiditäten mit einher und diese Personen werden dementsprechend falsch behandelt. Sie wirken oft, als hätten sie ihr Leben im Griff, was aber ein Trugschluss ist. Sie fallen halt nicht auf.

Dennoch liegt bei dieser Personengruppe die Wahrscheinlichkeit und Anfälligkeit für weitere Krankheitsbilder höher als beim Hyperaktiven. Der Betroffene kann sich oft nicht äußern und ist nicht ohne weiteres in der Lage seine Probleme der Umwelt klar zu machen.
 

Impulsivität

 

  • redet häufig übermäßig viel, ist nicht zu stoppen, man kann ihm kaum folgen
  • geballte Power, kaum zu bremsen
  • Wagemut, bis hin zu Übermut
  • kann nicht zuhören, weiß nicht was gesagt wurde, weil ihm alles im Kopf durcheinander geht
  • gestörte Kommunikation
  • voreiliges, unstrukturiertes Handeln

 

Vergesslichkeit

 

  • vergessen von alltäglichen Dingen
  • verlegen oder verlieren von Dingen
  • Unpünktlichkeit
  • wirkt zerstreut und chaotisch

 

Arbeitsverhalten in Schule und Beruf

 

  • alles auf die lange Bank schieben
  • arbeiten nur unter Termindruck
  • schlechte Zeiteinschätzung und Zeiteinteilung
  • Aufgaben werden nicht abgeschlossen
  • Langeweile kommt schnell auf

Selbstwertgefühl

 

  • niedrige Selbsteinschätzung
  • niedrige Frustrationsschwelle
  • Kritiküberempfindlichkeit
  • starke emotionale Schwankungen
  • stimmungslabil
  • niedrige Frustrationstoleranz
  • schwieriges Sozialverhalten
  • Schwierigkeit in der Gruppenintegration
  • Distanzlosigkeit
 
Alle Symptome zusammen ergeben das Syndrom, wobei man an dieser Stelle bemerken sollte, dass dies die negativen Eigenschaften des AD(H)S sind. Sofern der Betroffene in einer ihm gerechten Umgebung lebt und aufwächst, können die Symptome nicht oder nur schwach auftreten.

Von AD(H)S betroffene Menschen sind nicht schwachsinnig oder Ähnliches. Im Gegenteil: Sie verstehen sehr wohl, was mit Ihnen passiert. Es ist nur so, dass sie manchmal oder auch öfter nicht in der Lage sind, Ihre Emotionen den gegebenen Umständen anzupassen. Durch diesen Umstand entsteht beim Betroffenen ein sehr hoher Leidensdruck, da er durch seine Umwelt erfährt, dass sein Verhalten nicht verstanden wird. Bei Betroffenen kann das dazu führen, dass sie sich unfähig fühlen und infolgedessen zu suizidalen Tendenzen neigen.