ADHS Einleitung PDF Drucken E-Mail

ADHS steht für die Bezeichnung "Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Syndrom" oder auch Störung. ADHS macht sich bereits im Kindesalter durch drei sogenannte Kardinalssysmtome bemerkbar: Unaufmerksamkeit oder Konzentrationsschwäche, fehlende Impulsivitätkontrolle, diese in einer Kombination mit Hyperaktivität oder auch Hypoaktivität (Zappelphillip oder Träumerle). Um von ADHS sprechen zu können, müssen diese Symptome über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten bemerkbar und ausgeprägter vorhanden sein, als durch Alter und Entwicklungsstand des Betroffenen erklärbar wäre.

 

Durch die Disposition ADHS treten häufig Beinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen auf, z.B. Familie, Schule und soziales Umfeld. Erst wenn in einem dieser Bereiche ein Leidensdruck entsteht, wird von ADHS ausgegangen. Dieses wird durch eine Differenzialdiagnostik festgestellt. Beim ADHS muss man von einem "Spektrum" sprechen, da die Ausprägungen bei jedem Betroffenen unterschiedlich sind.

 

Etwa 3-10% aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer Disposition AD(H)S. Der Schweregrad der Disposition ADHS ist individuell sehr unterschiedlich. Bei bis zu 70% der betroffenen Kinder können die Symptome mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen und /oder weitere Komorbiditäten bilden, die schlußendlich zu einer psychischen Erkrankung führen können. Insbesondere bei nicht behandelten oder nicht erkannten Menschen mit ADHS liegt die Gefahr weiterer Erkrankungen signifikant höher als ein bei einem erkanntem und behandelten ADHS.

 

Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist nach derzeitigem Stand (2005) ein hauptsächlich neuro-biologisch bedingtes Störungsbild. Für den Verlauf und die individuelle Ausprägung spielen auch psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle. Neuste Studien (2007) reden von einer verzögerten Hirnreifung. Bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) entwickelt sich das Gehirn normal, aber zeitverzögert: Viele Hirnregionen reifen im Schnitt drei Jahre später als bei Kindern ohne die Verhaltensauffälligkeiten, die dem ADHS zuzuschreiben sind.

 

(Quelle )

 

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad, den jeweiligen Symptome sowie dem Alter des Betroffenen. Wegen der Komplexität der Disposition ADHS wird angestrebt, verschiedene Therapieformen zu einer auf den Patienten zugeschnittenen Therapie zu kombinieren. Grundsätzlich geht man heute aber von einer Mutlimodalen Therapie aus, die vier Bausteine beinhaltet. Aufklärung der Betroffenen, Aufklärung der Bezugspersonen, Verhaltenstherapie und ggfs. medikamentöse Therapie.

 

Es existieren verschiedene alternative Bezeichnungen und Abkürzungen welche sich jedoch im Grunde auf dasselbe Störungsbild beziehen. Verbreitet sind: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Hyperkinetische Störung (HKS), Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD), in der Schweiz: Psychoorganisches Syndrom (POS). Statt des Begriffes "Störung" wird von einigen Autoren auch "Syndrom" verwendet.

 

International sind die Bezeichnungen Attention Deficit Disorder (ADD) bzw. Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) üblich.