Stärken im ADHS Spektrum PDF Drucken E-Mail

ADHS-Menschen sind oftmals überdurchschnittlich intelligent, intuitiv und kreativ. Diese ausgeprägte Kreativität entsteht vermutlich durch die fehlende Impulszuordnung im Gehirn. Durch das ADHS ist es der Person nicht möglich, Impulse im Gehirn sofort zuzuordnen. Der Impuls rast durchs Gehirn und sucht sich eine Verknüpfung, die in der Regel unwillkürlich ist. Daraus entstehen Kreativität und Ideen, die ihrer Zeit oft voraussind!

 

Wenn man der heutigen Fachliteratur Glauben schenken darf, finden sich in unserer Vergangenheit viele berühmte Menschen mit AD(H)S: Albert Einstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Leonardo Da Vinci, Vincent Van Gogh, Martin Luther King, Mahatma Ghandi, die Jungfrau von Orleans, Hans Christian Andersen, Ludwig van Beethoven, Winston Spencer Churchill, Walt Disney, Thomas Edison, Benjamin Franklin, Robert und John F.Kennedy, Theodore Roosevelt, Jules Verne, die Gebrüder Wright und viele andere Genies, die unsere Welt maßgeblich geprägt haben. Oft wurden diese Menschen zu Lebzeiten als komisch, verrückt, dumm oder Ähnliches bezeichnet. Erst nach Ihrem Tod wurde deren Genialität erkannt.

AD(H)S wird offiziell als erstzunehmende Störung eingestuft, doch sind viele betroffene und auch nichtbetroffene Personen anderer Ansicht. Sie betrachten AD(H)S eher als Fähigkeit und nicht als Krankheit.

 

In seinem Buch "Eine andere Art die Welt zu sehen" hat Thom Hartmann die Theorie aufgestellt, dass die von AD(H)S Betroffenen aus genetischer Sicht "nur" die Nachfahren der steinzeitlichen Jäger seien, er nennt sie "Hunter". Hartmann beschreibt weiter in seinem Buch, dass Menschen ohne AD(H)S als Farmer anzusehen seien, als strukturiert und vorausplanend. Sollte dies der Fall sein, müsste die Lösung für AD(H)S lauten: "Ich als Hunter bringe das Fleisch und mein Partner, der Farmer, sorgt für das Gemüse. Das ist ausgewogen und hilft beiden.

Das Ziel muss folglich sein, die Integration von AD(H)S statt dessen Ausgrenzungen vorzunehmen und positive Eigenschaften zu fördern, um die negativen Defizite zu schwächen. Von AD(H)S betroffene Personen haben diverse positive Eigenschaften, die oft in der Darstellung der Störung unterschlagen oder nur teilweise erwähnt werden.

Die meisten von AD(H)S Betroffenen können über eine Reihe von positiven Eigenschaftenverfügen, die bei ihnen zum Teil sehr stark ausgeprägt sind:

  • häufig sehr charmant
  • oft fröhlich gestimmt
  • sofort und jederzeit hilfsbereit
  • ein lustiger und aufgeweckter Zeitgenosse
  • hochgradig kreativ
  • absolut fürsorglich, überwiegend zu anderen
  • aufgeweckt Neues zu entdecken und zu erforschen
  • sehr phantasievoll in fast allen Bereichen des Lebens
  • extrem flexibel und schnell im Umdenken
  • besonders tierlieb
  • hochgradig sensibel und zum Teil ausgeprägt empathisch
  • immer an allem interessiert
  • extrem gutmütig
  • oftmals überdurchschnittlich intelligent
  • sehr lebhaft und ständig bereit, Neues auszuprobieren
  • äußerst humorvoll
  • sehr hoher Gerechtigkeitssinn
  • hohe soziale Kompetenz
  • sportbegeistert
  • erkennt schnell den Kern einer Sache
  • lernfähig wenn ihn etwas interessiert
  • intuitives Handeln
  • bereit, Risiken einzugehen
  • vergibt Fehler
  • besondere Emotionalität
  • versucht, nicht aufzugeben
  • sensibel für seine Mitmenschen
  • gute Einschätzung von Persönlichkeitseigenschaften

 

Oft ist es so, dass durch äußere soziale Beeinträchtigungen die positiven Eigenschaften irgendwann nicht mehr zum Tragen kommen. Das Selbstwertgefühl vermindert sich so stark, dass der Betroffene seine positiven Eigenschaften als wertlos empfindet.

Man hört auch vom Betroffenen die Aussage: "Ach das ist doch nichts Besonderes." Er erkennt oft nicht die Tragweite und die Möglichkeiten seiner positiven Eigenschaften und findet keinen Weg, sich dadurch zu stärken und seine Defizite auszugleichen.

In der Therapie für den AD(H)Sler ist die Stärkung dieser positiven Eigenschaften ein ganz wichtiger Ansatzpunkt. Menschen mit AD(H)S erfahren in der Regel durch ihr Umfeld negatives Feedback bis hin zu Maßregelungen, die ständig bewusst und unbewusst stattfinden.

 

ADS und Hochbegabung

Intelligente und speziell hochbegabte Kinder sind nach einer Auffassung von AD(H)S oft schwerer betroffen als normal begabte AD(H)S-Kinder. Außerdem kommen nach Beobachtungen der behandelnden Ärzten hochbegabte Kinder mit AD(H)S proportional häufiger vor als ohne AD(H)S. Dies konnte allerdings noch nicht bestätigt werden.

 

Dank ihrer Intelligenz können diese Kinder sich über einen längeren Zeitraum anpassen und integrieren, jedoch fallen die Auswirkungen der Störung bei ihnen vehementer aus, wenn sie damit fehlschlagen. Lebenskrisen und Depressionen können die Folge sein.

 

Bekannt ist dieses Phänomen unter anderem aus der Schule, wo immer wieder hochbegabte Schüler in fortgeschrittenen Klassenstufen einen erheblichen Leistungseinbruch erleben, ohne dass äußere Gründe dies erklären könnten.

 

Es bleibt allerdings unklar, ob die Störungen der Kinder primär auf AD(H)S oder auf dem falschen Umgang mit ihrer Hochbegabung beruhen.